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Michael Schäfer (JN-Chef): “Mad Max”-Nationalismus: Endzeitdystopien statt harter politischer Arbeit Drucken E-Post
Mittwoch, 20. Januar 10

micha_schaefer
Dieser Text erschien als "Partei Zeit"-Kolumne auf gesamtrechts.net

Im zarten Alter von 16 Jahren besuchte ich meine erste nationale Veranstaltung. Völlig unerfahren, politisch halbgebildet und leicht schüchtern hockte ich mich in die hinterste Ecke und lauschte dem Mann, der vorne seinen Vortrag hielt.

Viele Dinge leuchten mir ein und beschrieben den desolaten Zustand, der zu der Zeit gerade einmal achtjährigen jungen Bundesrepublik auf mitteldeutschem Boden sehr genau. Doch als es daran ging, die Handlungsalternativen für uns nationaldenkende Menschen aufzuzeigen, begegnete mir ein Phänomen, auf das ich bis heute immer und immer wieder treffen sollte. Der Mann, der eben einen wirklich klugen und sachlichen Vortrag gehalten hatte, bescheinigte der Bundesrepublik kein langes Überleben. Seine Vision: Wir müssten uns nur zurücklehnen, auf den Zusammenbruch warten und dann wäre der Weg frei für ein neues Deutschland. Einfach so.

Der Mann war ein “Mad Max”-Nationalist.

Um eines gleich festzuhalten. Diese zweite deutsche Republik ist am Ende. Sie ist moralisch am Ende, weil wir in einem liberalkapitalistischen System leben, das die Schwachen ausbeutet und Andersdenkende unterdrückt. Diese Republik ist am Ende, weil ihr alle Werte verloren gegangen sind. Gemeinschaft, Heimat, Volk, Solidarität und viele andere Errungenschaften kennt der Durchschnittsbundesbürger nur als negativ besetzte Begriffe aus den Selbsthasssendungen vom graugetönten Aushilfshistoriker Guido Knopp. Diese Republik ist in vielerlei Hinsicht am Ende, aber sie wird noch eine ganze Weile der Ort sein, in dem wir politisch arbeiten müssen. Doch wenn sich jeder, der nicht glaubt, die Bundesrepublik sei das Ende von 2000 Jahren deutscher Geschichte, faul zurücklehnt und darauf wartet, dass der Laden von ganz alleine gegen die Wand fährt, dann haben wir schon jetzt verloren.

Ich kann nicht glauben, dass diese marode, scheindemokratische Republik mit dem hier etablierten System aus Lug, Betrug und Täuschung das Ende der Kulturnation Deutschland sein kann. Aber ich nutze diese Einsicht nicht aus, um mich vor der harten politischen Arbeit zu drücken. Leute wie ich, und unzählige Andere, die jeden Tag mit ihrem Namen und ihrem Gesicht an vielen kleinen und großen Stellen nationale Politik betreiben und jeden Tag auf´s Neue mit Repression und anderen Problemen zu kämpfen haben, werden dafür von “Mad Maxen” auch noch belächelt.

Wie oft musste ich mir schon von solch´ ach so überzeugten Leuten anhören, dass ich doch schön doof bin, weil ich von einer Veranstaltung zur anderen fahre, anstatt mich auf den “drohenden Untergang” vorzubereiten. Meistens gehen solche Leute übrigens einem ganz braven, unauffälligen, bürgerlichen Leben nach und lassen den Endzeitnationalisten nur am Wochenende ´raushängen.

Fakt ist aber, dass wir eine Idee am Lodern halten und sie in so viele Köpfe und Herzen wie möglich tragen müssen. Wir dürfen uns nicht vor unserem Volk verstecken. Wir müssen offen auf die Menschen zugehen und ihnen zeigen, dass es Alternativen zu einem System gibt, dem es egal ist, ob es in fünfzig oder hundert Jahren überhaupt noch Deutsche gibt.

Die Situation stellt sich nach meiner Ansicht wie folgt dar. Die Bundesrepublik hat massive Probleme. Finanz- und Wirtschaftskrise haben zugeschlagen. Die Menschen verbindet nichts mit dieser Republik, außer dem derzeitigen Wohlstand. Werte oder einen Gesellschaftskonsens sucht man in der Bundesrepublik vergeblich. Hier und da kann man politisch korrekte Seifenblasen der politisch Etablierten finden, aber auch die hängen ihre Fahne nur in den Wind, wie der Blick in den Lebenslauf des einen oder anderen Politikers beweist.

Die Bundesrepublik wird, allein aus dem Überlebenstrieb ihrer Funktionäre, dafür sorgen, solange wie möglich zu existieren und gespielte Ruhe zu bewahren. Das ist auch bei der derzeitigen astronomischen Verschuldung möglich. Aber die viel beschworene “soziale Marktwirtschaft” stößt an ihre Grenzen und bietet uns weit offene Flanken. Der soziale Frieden ist durch das Versagen der Politik der letzten Jahre einfach zu teuer geworden. Hier bietet sich unsere Chance und hier müssen wir ansetzen. Zum Glück überlegt man gerade an vielen Stellen, wie man mehr und mehr Menschen für uns und unsere Idee begeistern kann und wir somit immer weiter die Gesellschaft nach unseren Ideen formen können.

Wenn wir das wollen, dann dürfen wir uns aber nicht hinter Hirngespinsten verstecken und müssen den harten Weg der täglichen politischen Arbeit einschlagen. Wir dürfen nicht eine total liberale “Feigheit vor dem Feind”-Mentalität aufkommen lassen und apokalyptische Ausreden erfinden, damit wir uns in aller Seelenruhe zurücklehnen können, auf Veränderungen warten und bis dahin unser ruhiges bürgerliches BRD-Leben führen können.

Auch in Zukunft werden Leute uns einreden wollen, dass wir nur abwarten müssen und dann kommt das neue Deutschland von ganz allein. Doch Veränderungen kamen nie einfach so. Veränderungen wurden nie von Leuten ausgelöst, die sich versteckt haben. Die einzige Lösung liegt im Widerstand. Einem Widerstand, sein Ohr so nah wie möglich am Volk hat, der so gut und so professionell wie möglich organisiert ist und einem Widerstand, der eine glaubhafte Alternative zum derzeitigen scheindemokratischen System aufzeigen kann.

Mad Max hätte sich sicher gefreut, wenn sich die Leute in seiner Welt auch früher gekümmert hätten.

JN-BuVo

 
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